Renaturierung des sauren Niedermoors Öhlklingen
Ein Zukunftsprojekt für Klima, Artenvielfalt und Wasserhaushalt im Odenwald
Zwischen Wald-Michelbach und Siedelsbrunn liegt einer der wertvollsten Niedermoorstandorte des südlichen Odenwaldes. Der Moorkomplex „Öhlklingen“ umfasst rund 10 Hektar artenreicher Feuchtflächen mit Kleinseggensümpfen, extensivem Grünland und Borstgrasrasen.
Die Öhlklingen waren bis 2024 Teil des landesweiten Niedermoorprojekts der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe. Mit dem Ende der Projektförderung wird das Moor nun vollständig über das Flächenmanagement der Stiftung betreut. Die laufende Pflege, Entwicklung und fachliche Begleitung erfolgen ohne Landesförderung und werden ausschließlich durch Spenden finanziert.
🌿 Refugien für seltene Arten
Im Gebiet kommen unter anderem vor:
- Fieberklee
- Sumpf-Blutauge
- Schmalblättriges Wollgras
- verschiedene Kleinseggen
- Borstgrasrasen mit Orchideen-Vorkommen
Mehrere Arten stehen auf der Roten Liste. Die Kombination aus Feuchtwiesen, Quellfluren und extensivem Grünland macht den Standort überregional bedeutsam.
🌍 Klimaschutz & Wasserhaushalt
Bodenkundliche Untersuchungen zeigen Torfmächtigkeiten von bis zu einem Meter.
Auf rund 2,8 Hektar werden etwa 260 Tonnen Kohlenstoff gespeichert.
Intakte Niedermoore wirken als natürliche CO₂-Senken. Gleichzeitig speichern sie große Mengen Wasser, puffern Starkregenereignisse und stabilisieren den lokalen Wasserhaushalt – eine wichtige Funktion in Zeiten zunehmender Trocken- und Extremwetterphasen.
⚠ Handlungsbedarf
In den vergangenen Jahrzehnten kam es zu:
• Aufgabe traditioneller Bewirtschaftung
• Verbrachung wertvoller Feuchtwiesen
• zunehmender Verbuschung
• Beschattung lichtbedürftiger Moorvegetation
Ohne aktives Management droht der schleichende Verlust wertvoller Arten und Torfböden.
🛠 Maßnahmen zur Sicherung
Flächensicherung durch Grunderwerb
Zentrale Flurstücke werden dauerhaft gesichert. Gemeinsam mit der Gemeinde Wald-Michelbach wird eine dingliche Sicherung des Moorstandortes angestrebt.
Eigentum schafft Schutz – dauerhaft.
Gehölzentnahme
Bodenschonende Entfernung von Erlen- und Haselbeständen zur Wiederherstellung offener Moorstrukturen, Schaffung von Korridoren und Förderung lichtbedürftiger Arten.
Extensive Beweidung
Ab 2026 angepasste Beweidung mit robusten Extensivrindern im Umtriebsverfahren zur Offenhaltung und zum Nährstoffentzug.
Wissenschaftliches Monitoring
Mehrjährige fachliche Begleitung zur Anpassung von Beweidungsdauer und -intensität sowie zur Sicherung sensibler Artenbestände.
🌿 Langfristige Perspektive
Die Renaturierung der Öhlklingen steht exemplarisch für:
• natürlichen Klimaschutz
• Sicherung regionaler Biodiversität
• nachhaltige Wasserpolitik
• Kooperation zwischen Stiftung, Kommune und Naturschutz
Projekt-Kurzinfo
Projekt: Niedermoor Öhlklingen
Region: Wald-Michelbach / Siedelsbrunn
Fläche: ca. 10 ha
Torfmächtigkeit: bis 1 m
Kohlenstoffspeicher: ca. 260 t
Trägerin: NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe
Moor Öhlklingen sichern
Tief im Odenwald liegt das Niedermoor „Öhlklingen“ – ein wertvoller Lebensraum mit bis zu einem Meter mächtigem Torf. Durch Flächenankauf sichert die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe diesen Standort dauerhaft für Klima- und Artenschutz.
- Klimaschutz: Torfböden speichern langfristig Kohlenstoff.
- Artenschutz: Lebensraum seltener Niedermoorarten.
- Wasserhaushalt: Speicherung und Pufferung von Niederschlägen.
Warum Flächenankauf?
Moorschutz braucht langfristige Sicherheit. Pachtverträge laufen aus, Eigentümer*innen wechseln, Nutzungen können sich verändern.
Durch den Ankauf der Flächen wird das Niedermoor Öhlklingen dauerhaft gesichert – unabhängig von zukünftigen Eigentumsverhältnissen.
- Dauerhafter Schutz für kommende Generationen
- Planungssicherheit für Pflege und Beweidung
- Verlässlicher Klima- und Artenschutz
Was Ihre Unterstützung bewirkt
- Ankauf und dauerhafte Sicherung weiterer Moorflächen
- Zaunbau für extensive Beweidung
- Fachliches Monitoring durch Botaniker
- Langfristige Pflege und Betreuung des Standorts