Im Rahmen der bundesweiten Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel 2026“ wurden im Kreis Bergstraße insgesamt 7.062 Vögel in 219 Gärten erfasst. An der Zählung beteiligten sich 304 Personen. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Datendichte sowie eine breite Abdeckung siedlungsnaher Lebensräume und erlauben eine belastbare Einordnung der häufigsten Wintervogelarten im Landkreis.
Die Rangliste der zehn am häufigsten beobachteten Arten im Kreis Bergstraße wird von der Kohlmeise angeführt, gefolgt von Haussperling, Blaumeise, Amsel und Star. Ebenfalls häufig gemeldet wurden Buchfink, Elster, Rotkehlchen, Ringeltaube und Schwanzmeise. Diese Arten gehören überwiegend zu den klassischen Siedlungs- und Gartenvögeln und prägen seit Jahren auch das bundesweite Bild der Winterzählung.
Ein Vergleich mit den bundesweiten Zeitreihen zur durchschnittlichen Anzahl von Vögeln pro Garten zeigt, dass die im Kreis Bergstraße häufig beobachteten Arten insgesamt gut mit den deutschlandweiten Trends übereinstimmen. Für die Kohlmeise, die sowohl lokal als auch bundesweit regelmäßig Rangplätze an der Spitze einnimmt, zeigen die Zeitreihen über mehrere Jahre hinweg Schwankungen ohne einen eindeutigen, langfristigen Abwärtstrend. Auch bei Blaumeise und Buchfink bewegen sich die bundesweiten Werte über die Jahre innerhalb eines vergleichsweise stabilen Korridors.
Beim Star, der im Kreis Bergstraße ebenfalls zu den häufigen Arten zählt, ist bundesweit in den letzten Jahren eine wieder zunehmende Anzahl pro Garten dokumentiert. Dies deckt sich mit seiner weiterhin starken Präsenz in den lokalen Beobachtungen. Ähnliches gilt für die Schwanzmeise, bei der die bundesweiten Zeitreihen zuletzt erhöhte Werte zeigen und die auch im Landkreis regelmäßig gemeldet wurde.
Für Arten wie Elster und Ringeltaube weisen die bundesweiten Zeitreihen eine insgesamt stabile Entwicklung mit jährlichen Schwankungen auf. Beide Arten sind im Kreis Bergstraße konstant vertreten und gehören dort ebenfalls zur erweiterten Spitzengruppe. Das Rotkehlchen, das bundesweit seit Jahren in vergleichsweise gleichbleibender Häufigkeit erfasst wird, ist auch lokal regelmäßig präsent und unter den zehn häufigsten Arten vertreten.
Eine Sonderstellung nimmt der Haussperling ein. Während die bundesweiten Zeitreihen über einen längeren Zeitraum einen Rückgang der durchschnittlichen Anzahl pro Garten erkennen lassen, bleibt die Art im Kreis Bergstraße weiterhin eine der zahlenmäßig häufigsten Wintervogelarten. Die lokalen Ergebnisse zeigen damit, dass der Haussperling regional nach wie vor eine hohe Bedeutung besitzt, auch wenn bundesweit langfristige Veränderungen dokumentiert sind.
Stunde der Wintervögel 2026 – Kreis Bergstraße (vorläufige Daten)
• Erfasste Gärten: 219
• Beteiligte Beobachter:innen: 304
• Gezählt wurden insgesamt: 7.062 Vögel
Top-10-Arten im Kreis Bergstraße
• Kohlmeise: 1.086
• Haussperling: 793
• Blaumeise: 778
• Amsel: 640
• Star: 487
• Buchfink: 365
• Elster: 291
• Rotkehlchen: 252
• Ringeltaube: 174
• Schwanzmeise: 173
Einordnung im bundesweiten Kontext
• Die häufigsten Arten im Kreis Bergstraße entsprechen weitgehend dem bundesweiten Artenspektrum der Winterzählung.
• Für Kohlmeise, Blaumeise, Buchfink, Star und Rotkehlchen zeigen die bundesweiten Zeitreihen über mehrere Jahre überwiegend stabile Schwankungen.
• Der Haussperling bleibt lokal eine der häufigsten Arten, obwohl bundesweit langfristig rückläufige Tendenzen dokumentiert sind.
Hinweis zum Datenstand
• Meldungen sind noch bis zum 19. Januar möglich.
• Die Auswertung stellt einen vorläufigen Stand dar; aufgrund der hohen Beteiligung sind jedoch keine grundlegenden Änderungen der erkennbaren Trends zu erwarten.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Zusammensetzung der häufigsten Wintervogelarten im Kreis Bergstraße weitgehend dem bundesweiten Artenspektrum der „Stunde der Wintervögel“ entspricht. Die lokalen Ergebnisse spiegeln typische Strukturen von Siedlungs- und Gartenlebensräumen wider und zeigen keine auffälligen Abweichungen von den bundesweit beobachteten Entwicklungen einzelner Arten. Gleichzeitig verdeutlicht die hohe Zahl beteiligter Gärten und Beobachtender die Bedeutung solcher Mitmachaktionen für die Erfassung großräumiger Trends.
Die Ergebnisse aus dem Kreis Bergstraße leisten damit einen belastbaren Beitrag zur bundesweiten Datengrundlage der Aktion und unterstreichen den Wert kontinuierlicher, standardisierter Zählungen für die Beobachtung häufiger Vogelarten im Winter. Die Koordination der Aktion erfolgt durch den NABU, der mit der „Stunde der Wintervögel“ seit vielen Jahren eine zentrale Datengrundlage zur Entwicklung von Gartenvogelbeständen bereitstellt.
Hinweis: Meldungen zur „Stunde der Wintervögel“ können noch bis zum 19. Januar eingereicht werden. Die hier dargestellten Ergebnisse stellen daher einen vorläufigen Auswertungsstand dar; aufgrund der bereits hohen Zahl an Meldungen sind jedoch keine grundlegenden Änderungen der erkennbaren Trends mehr zu erwarten.
Titelbild: Frank Derer