Weihnachtssgrüße 2025

Liebe Mitglieder, Unterstützer:innen und Freund:innen des Naturschutzes,

das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu – und wir blicken auf Monate zurück, in denen der Naturschutz im Kreis Bergstraße an vielen Stellen sichtbar und wirksam war. In unseren Wäldern, an Bächen und Seen, in Schutzgebieten, Dörfern und Städten der Region ist deutlich geworden, wie eng Natur, Planung, gesellschaftliche Entwicklungen und ehrenamtliches Engagement miteinander verbunden sind.

Auf politischer Ebene hat uns in diesem Jahr vor allem der neue Regionalplan Südhessen intensiv beschäftigt. Er wird darüber mitentscheiden, wie viel Raum Natur künftig noch hat, wie mit Flächen umgegangen wird und welche Bedeutung Arten- und Biotopschutz in der regionalen Entwicklung tatsächlich einnehmen. Als NABU Kreisverband Bergstraße haben wir uns hier mit Stellungnahmen, fachlichen Einordnungen und Gesprächen eingebracht – sachlich, fundiert und mit dem klaren Anspruch, Natur- und Lebensgrundlagen langfristig zu sichern.

Gleichzeitig haben wir erlebt, wie lebendig Naturschutz vor Ort ist, wenn Menschen zusammenkommen. Das Sommerfest im Naturschutzzentrum, das in diesem Jahr erstmals für alle Mitglieder im gesamten Kreis offen war, hat genau das gezeigt: Austausch, Begegnung und gemeinsames Interesse an Natur und Umwelt. Hinzu kamen Exkursionen, etwa an der Wattenheimer Brücke oder auf der Suche nach Stadtnatur und Stadtvögeln in Lorsch, bei denen Fachwissen, Beobachtung und gemeinsames Lernen im Mittelpunkt standen. Auch in der Fläche hat sich einiges bewegt. Im Weschnitztal – mit Mörlenbach, Birkenau und Gorxheimertal – hat ein erstes gemeinsames Treffen den Auftakt für neue regionale Zusammenarbeit geschaffen. Damit wurde eine Grundlage gelegt, um Naturschutzthemen künftig stärker gemeinsam anzugehen und Akteur:innen vor Ort besser zu vernetzen.

Ein wichtiger Schritt in diesem Jahr war zudem die Einführung der Netzwerktreffen als neues, bewusst offenes Austauschformat im Kreisverband. Sie haben gezeigt, wie wertvoll der regelmäßige fachliche Dialog zwischen den NABU-Gruppen, Engagierten und dem Kreisverband ist. Themen wie die Asiatische Hornisse, die Maulbeeraue, Fragen der Naturentwicklung wurden dort gemeinsam diskutiert. Gleichzeitig berichteten die Gruppen aus dem gesamten Kreis von ihren eigenen Projekten – vom Amphibienschutz über Gebäudebrüterförderung bis hin zu Streuobstwiesenarbeit; Trockenmauern und Wildtierhilfe. Dieses Format werden wir weiter etablieren und ausbauen.

Ein weiteres wichtiges Anliegen war es mir in diesem Jahr, Hintergründe und Zusammenhänge verständlich zu machen. Ob Waldzustandsbericht, Gewässerentwicklung, Biber, Wolf oder Vogelgrippe – immer stand die Frage im Raum, wie fundierte Informationen eingeordnet und verständlich vermittelt werden können, ohne zu vereinfachen oder zu verzerren. Viele Vorträge, Berichte und Informationsangebote hatten genau dieses Ziel: Orientierung geben und zugleich die fachlichen Grundlagen transparent machen. Dabei ist klar, dass nicht jede:r im Verband jedes Detail dieser Arbeit mitbekommt. Viele engagieren sich stark vor Ort in den NABU-Gliederungen, andere bringen sich punktuell ein oder unterstützen im Hintergrund. Entscheidend ist, dass wir uns als NABU im gesamten Kreis Bergstraße immer wieder bewusst machen, wie vielfältig unsere Aufgaben sind – von Stellungnahmen zur Bauleitplanung über fachliche Begleitung von Forst- und Naturschutzkonzepten bis hin zu Veranstaltungen, Umweltbildung, Wildtierhilfe, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung.

Ein großer Teil dieser Arbeit findet im Hintergrund statt – fachlich, organisatorisch und koordinierend. Nicht alles ist jederzeit sichtbar, aber all das trägt dazu bei, dass Naturschutz verlässlich und wirksam bleibt. Mein Anspruch ist es, diese Arbeit transparent zu machen und die verschiedenen Ebenen – lokale Gruppen, Kreisverband und politische Prozesse – noch besser miteinander zu verbinden. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung unserer Kommunikation. Der Newsletter wurde inhaltlich überarbeitet und klarer strukturiert, neue Themenseiten wurden angelegt und ein Kalender-Dienst eingeführt, mit dem Termine direkt in persönliche Kalender übernommen werden können. Ziel ist es, Informationen leichter zugänglich zu machen und Beteiligung dort zu ermöglichen, wo sie für jede und jeden gut passt.

Besonders erfreulich war 2025 die Einbindung junger Menschen. Neben bestehenden Angeboten ist eine neue Jugendkooperation mit dem Naturschutzzentrum gestartet, die Kindern und Jugendlichen zusätzliche Zugänge zu Naturthemen eröffnet. Solche Kooperationen sind eine wichtige Grundlage, um Interesse, Wissen und Verantwortungsbewusstsein früh zu fördern. Bei all diesen Entwicklungen bleibt eines zentral: Ein Verband lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen – in Gruppen, Projekten, Fachthemen, im Vorstand oder bei einzelnen Aktionen. Jede Form des Engagements trägt dazu bei, dass Naturschutz im Kreis Bergstraße wirksam bleibt.

Deshalb danke ich am Ende dieses Jahres allen, die Stellungnahmen vorbereitet, Veranstaltungen organisiert, Gruppen geleitet, Projekte begleitet, Vorträge gehalten, Texte geschrieben, Gespräche geführt oder einfach Interesse gezeigt und unterstützt haben. Naturschutz lebt vom Mitmachen – auf ganz unterschiedliche Weise. Mit Blick auf das kommende Jahr wissen wir, dass zentrale Themen weiter auf der Agenda stehen werden: die Entwicklung unserer Wälder, der Schutz von Gewässern und Streuobstwiesen, der Umgang mit Wildtieren, der zunehmende Druck auf Flächen und die Notwendigkeit einer ehrlichen Energiewende. Auch 2026 werden wir dafür Räume schaffen – für Austausch, Information und gemeinsames Weiterdenken.

Ich wünsche euch und Ihnen eine ruhige Weihnachtszeit, Zeit zur Erholung, für Familie, Freundschaften und für den Blick in die Natur – auch im Winter, wenn vieles still erscheint, aber vieles bereits im Verborgenen beginnt. Kommt gut ins neue Jahr.

Mit herzlichen Grüßen
im Namen des gesamten Vorstands

Michael
NABU Kreisverband Bergstraße