Vorstand des NABU Meerbachtal stellt Weichen für die Zukunft

Bei der Jahreshauptversammlung der NABU-Ortsgruppe Meerbachtal stand neben dem Rückblick auf ein arbeitsreiches Jahr vor allem der Blick nach vorn im Mittelpunkt. Die Versammlung bestätigte den bisherigen Vorstand und ergänzte ihn zugleich gezielt um jüngere Aktive – ein bewusster Schritt hin zu einer schrittweisen personellen Erneuerung und nachhaltigen Sicherung der umfangreichen Naturschutzarbeit im Meerbachtal.

An der Spitze der Ortsgruppe bleibt weiterhin Jürgen Schneider, der den NABU Meerbachtal seit seiner Gründung im Jahr 1986 prägt und bis heute als treibende Kraft wirkt. Unterstützt wird er weiterhin von Werner Hombeuel als stellvertretendem Vorsitzenden. Markus Semmler wurde erneut mit der Verantwortung für die Finanzen betraut. Neu im Amt des Schriftführers ist Axel Jochem, der diese Aufgabe von Ruth Hennemann übernimmt. Als Beisitzer bleiben Jonas Ehret und Friedrich Jung Teil des Vorstands. Mit Michael Glanzner wurde zudem ein neuer Vogelschutzwart gewählt, der auf den im Frühjahr 2025 verstorbenen langjährigen Vogelschutzbeauftragten Dieter Haase folgt. Die Kassenprüfung übernehmen Ruth Hennemann, Susanne Etzel und Sonja Jochem-Gawehn.

Seit fast vier Jahrzehnten ist die Ortsgruppe Meerbachtal eine feste Größe im regionalen Naturschutz. Maßgeblich geprägt wurde diese Entwicklung durch Jürgen Schneider, der durch enge Vernetzung mit Behörden, Verwaltungen und örtlichen Organisationen sowie durch seine fachliche Expertise weit über das Meerbachtal hinaus als Ansprechpartner geschätzt wird. Die Pflege der artenreichen Trockenrasenflächen erfolgt bis heute nach einem von ihm entwickelten Pflegekonzept. Auch die Vermittlung naturschutzfachlicher Inhalte ist ihm ein zentrales Anliegen – sei es durch Exkursionen, Vorträge oder Angebote für Kinder und Jugendliche.

Ein besonderes Augenmerk galt bei der Versammlung dem Wiesenmanagement, dem größten und arbeitsintensivsten Aufgabenfeld der Ortsgruppe. Mit der neuen Beisitzerin Carlotte Mundt konnte eine junge Agrarbiologin aus Bensheim für diese Aufgabe gewonnen werden. Sie wird sich künftig insbesondere um die Betreuung der über 150 Wiesengrundstücke kümmern. Insgesamt pflegt der NABU Meerbachtal derzeit mehr als 60 Hektar Magergrünland. Die fachgerechte Pflege wird finanziell durch die Stadt Bensheim sowie das Regierungspräsidium Darmstadt unterstützt, während Planung und Organisation in den Händen der Ortsgruppe liegen.

Zentrale Elemente dieser Pflege sind eine angepasste, zeitlich abgestimmte Mahd sowie der konsequente Verzicht auf Düngung. Zudem werden Flächen bewusst nie vollständig gemäht, um Insekten Rückzugsräume zu bieten und die natürliche Ausbreitung von Pflanzen zu ermöglichen. Dieses Vorgehen hat maßgeblich zur hohen Artenvielfalt im Meerbachtal beigetragen.

Mit aktuell 263 Mitgliedern ist die Ortsgruppe gut aufgestellt. Im Vergleich aller Ortsgruppen im Kreisgebiet liegt der NABU Meerbachtal zwar zahlenmäßig im Mittelfeld, erreicht jedoch im Verhältnis zur Einwohnerzahl den Spitzenplatz. Wachstum bleibt dennoch erklärtes Ziel. Gleichzeitig verfolgt der Vorstand das Konzept einer behutsamen Übergabe von Aufgaben, um Erfahrungen zu bewahren und zugleich neue Impulse zu ermöglichen.

Die finanzielle Situation der Ortsgruppe entwickelte sich im vergangenen Jahr ausgesprochen positiv. Kassenwart Markus Semmler berichtete von stabilen Rücklagen, die gezielte Investitionen erlauben. Inzwischen verfügt der NABU Meerbachtal über einen umfangreichen Maschinen- und Fahrzeugbestand mit einem Gesamtwert von rund 200.000 Euro – eine Ausstattung, die für eine Ortsgruppe dieser Größe bundesweit außergewöhnlich ist. Zuletzt konnte ein Bagger im Wert von etwa 18.000 Euro in den Bestand aufgenommen werden, der durch langjährige Unterstützer kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde.

Zu den größten Projekten des vergangenen Jahres zählte die Restaurierung einer rund 250 Meter langen Trockenmauer auf einem vereinseigenen Grundstück bei Gronau. Der erste Bauabschnitt wurde erfolgreich abgeschlossen, die Kosten beliefen sich auf etwa 75.000 Euro. Die Fortsetzung des Projekts ist für dieses Jahr vorgesehen, der zweite Bauabschnitt soll im Juni beginnen. Ergänzend wurde ein neuer Waschplatz mit Ölabscheider an der vereinseigenen Halle errichtet, der Investitionen von rund 25.000 Euro erforderte.

Auch in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit war der NABU Meerbachtal sehr aktiv. Im Jahr 2025 wurden sechs Bildvorträge organisiert, zehn Exkursionen durchgeführt und vier Kurse zum Trockenmauerbau angeboten. Darüber hinaus beteiligte sich die Ortsgruppe an Ferienspielen und war auf dem Dorfmarkt präsent.

Der Blick auf das Veranstaltungsjahr 2026 zeigt ebenfalls ein vielfältiges Programm. Am 8. Februar ist der NABU Meerbachtal beim Neujahrsempfang des Kreisverbands im Naturschutzzentrum Bergstraße vertreten. Am 26. März halten Carlotte Mundt und Jürgen Schneider in Zwingenberg einen gemeinsamen Vortrag unter dem Titel „Unkräuter – Basis des Lebens“. Höhepunkt des Jahres ist die Jubiläumsveranstaltung „40 Jahre NABU Meerbachtal“, die am 28. März um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Zell stattfindet.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden auch langjährige Mitglieder geehrt. Peter Christ blickt auf 40 Jahre Mitgliedschaft im NABU zurück, Jürgen Schneider engagiert sich seit 50 Jahren im Naturschutzbund. Ruth Hennemann bleibt der Ortsgruppe weiterhin eng verbunden und wird sie unter anderem auf Kreis- und Landesebene vertreten.

Mit dem neu aufgestellten Vorstand, klaren Zukunftsplänen und einem breiten ehrenamtlichen Engagement setzt der NABU Meerbachtal seine erfolgreiche Arbeit für Natur- und Landschaftsschutz konsequent fort.

Titelbild: Getreidefeld im Klingen (c) Jürgen Schneider