NAJU-Aktion in Lampertheim: Kinder schaffen Lebensräume im Wildnisgarten

Die naturnah gestaltete Fläche des NABU Lampertheim in den Lampertheimer Krautgärten entwickelt sich Schritt für Schritt weiter.  Nun wurde gemeinsam mit Kindern und Aktiven vor Ort praktisch angepackt: Bei einer NAJU-Aktion entstanden im Wildnisgarten neue Kleinbiotope und Versteckmöglichkeiten für Insekten, Eidechsen, Kleintiere und andere Gartenbewohner.

Im Mittelpunkt stand dabei nicht das schnelle „Fertigmachen“ einer Fläche, sondern das bewusste Gestalten von Strukturen. Die Kinder halfen mit, Äste zu schichten, Totholz aufzubauen, Steine zu setzen, Hohlräume zu schaffen und natürliche Materialien so zu arrangieren, dass sie künftig verschiedenen Tierarten als Unterschlupf, Nahrungsraum oder Winterquartier dienen können. Entstanden sind unter anderem Totholzhaufen, Verstecke aus Reisig und eine sogenannte Eidechsenburg aus Steinen, Holz und offenen Zwischenräumen.

Solche Elemente wirken auf den ersten Blick unscheinbar, sind ökologisch aber ausgesprochen wertvoll. Totholz bietet Lebensraum für Käfer, Wildbienen, Spinnen, Asseln, Pilze und viele weitere Organismen. Steinhaufen und Trockenstrukturen speichern Wärme und schaffen Rückzugsräume für Reptilien und Insekten. Reisig- und Asthaufen bieten Schutz für Kleintiere und tragen dazu bei, dass ein Garten nicht nur grün aussieht, sondern tatsächlich lebendig wird.

Gerade für Kinder wird Naturschutz bei solchen Aktionen unmittelbar erfahrbar. Sie sehen nicht nur, dass Lebensräume fehlen, sondern können selbst etwas dagegen tun. Aus Ästen, Steinen, Erde und Pflanzen entstehen kleine Strukturen, die später von Tieren genutzt werden können. Das vermittelt ökologische Zusammenhänge viel direkter als jede reine Erklärung: Wer selbst eine Eidechsenburg gebaut oder einen Totholzhaufen geschichtet hat, versteht sehr schnell, warum „Unordnung“ in der Natur oft etwas ausgesprochen Sinnvolles ist.

Die Fläche in den Lampertheimer Krautgärten soll sich weiter zu einem vielfältigen Naturraum entwickeln. Heimische Pflanzen, Blühbereiche, Totholz, offene Bodenstellen, Verstecke und eine zurückhaltende Pflege schaffen zusammen einen Lebensraum, der in einer zunehmend intensiv genutzten Landschaft besonders wichtig ist. Zugleich entsteht ein Ort, an dem Naturbeobachtung, praktisches Lernen und gemeinsames Engagement miteinander verbunden werden können.

Der NABU Lampertheim möchte auch künftig weitere Aktionen mit Kindern und Jugendlichen anbieten. Dabei geht es nicht nur darum, Wissen über Tiere und Pflanzen zu vermitteln, sondern vor allem darum, Begeisterung für Natur vor der eigenen Haustür zu wecken. Wer erlebt, dass schon kleine Maßnahmen einen Unterschied machen können, entwickelt oft einen ganz anderen Blick auf Gärten, Wiesen, Hecken und scheinbar unscheinbare Ecken am Wegesrand.

Auch im Kreisverband Bergstraße spielt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle. Neben Angeboten vor Ort arbeitet der NABU mit dem Naturschutzzentrum Bergstraße zusammen. Dort gibt es ebenfalls Möglichkeiten für Kinder, Natur zu entdecken, Arten kennenzulernen und bei praktischen Aktionen mitzumachen.

Kinder & Natur

Naturgruppen im Kreis Bergstraße

Wer nach dieser Aktion Lust bekommen hat, mit Kindern regelmäßig Natur zu entdecken, findet beim Naturschutzzentrum Bergstraße verschiedene Kinder- und Jugendangebote. Die Gruppen werden vom Naturschutzzentrum organisiert und durchgeführt.

🌿 Angebote des NaturschutzzentrumsDie Kinder- und Jugendgruppen laufen direkt über das Naturschutzzentrum Bergstraße.
🐾 Natur praktisch erlebenKinder können draußen forschen, beobachten, spielen und ökologische Zusammenhänge kennenlernen.
🤝 Kooperation mit dem NABUDer NABU Kreisverband Bergstraße unterstützt die Teilnahme von NABU-Mitgliedskindern finanziell.
50 %
Zuschuss für NABU-Mitglieder Der NABU Kreisverband Bergstraße bezuschusst die Teilnahme an den Kinder- und Jugendangeboten des Naturschutzzentrums Bergstraße mit 50 % der jeweiligen Teilnahmegebühr, sofern das teilnehmende Kind NABU-Mitglied ist. Die Anmeldung erfolgt direkt über das Naturschutzzentrum.

„Naturschutz beginnt oft nicht mit großen Worten, sondern mit ganz einfachen Dingen: einem Asthaufen, ein paar Steinen, heimischen Pflanzen und Menschen, die bereit sind, anzupacken“, sagt Michael K. Kärchner, Vorsitzender des NABU-Kreisverbands Bergstraße. „Besonders schön ist, wenn Kinder dabei erleben, dass sie selbst etwas für Tiere und Natur tun können. Genau solche Erfahrungen bleiben hängen.“

Das Projekt in den Lampertheimer Krautgärten macht deutlich, wie wichtig kleine, strukturreiche Flächen für die Artenvielfalt sind. Sie sind Rückzugsräume, Lernorte und Beispiele dafür, dass Naturschutz auch im direkten Umfeld möglich ist – konkret, verständlich und mit sichtbaren Ergebnissen.