Mit dem mittlerweile vierten Regionalforum hat sich der NABU Kreisverband Bergstraße abermals als Plattform für Austausch, Vernetzung und Impulse im Naturschutz gezeigt. Was im vergangenen Jahr als neues Format gestartet wurde, entwickelt sich zunehmend zu einem festen Treffpunkt für Engagierte aus der gesamten Region.
Im Naturschutzzentrum Bergstraße kamen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus den NABU-Gruppen sowie aus befreundeten Organisationen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Projekte auszutauschen. Ziel des Forums ist es, Menschen zusammenzubringen, die sich für Natur- und Umweltschutz einsetzen – unabhängig davon, ob sie in einer NABU-Gruppe aktiv sind oder aus anderen Initiativen und Verbänden kommen.
4. NABU-Regionalforum Bergstraße am 17. April 2026
Das Regionalforum ist ein neues Austauschformat des NABU Kreisverbands Bergstraße. Beim Treffen am 17. April 2026 standen aktuelle Entwicklungen, Fachimpulse und der persönliche Austausch innerhalb des regionalen Naturschutz-Netzwerks im Mittelpunkt.
Themen des Treffens
- Waldnaturschutz an der Bergstraße
- der Biber im Kreis Bergstraße
- aktuelle Projekte des Kreisverbands
- Ehrenamtsarbeit und Fundraising
- Vogelschlagmelder und digitale Initiativen
Referent:innen
- Yvonne Albe, Friede Gebhardt und Meike Malter mit einem Fachvortrag zum Waldnaturschutz
- Sylvia Neumann, Biberbeauftragte des NABU Kreisverbands Bergstraße, zum Thema Biber
Teilnehmende & Austausch
- Vertreter:innen aus sechs NABU-Gruppen der Region
- Beteiligung des Landschaftspflegeverbands Bergstraße
- Beteiligung des Gewässerverbands Bergstraße
- offene Gespräche, Vernetzung und Erfahrungsaustausch
Fachvorträge mit regionalem Bezug stoßen auf großes Interesse
Inhaltlich bot das Regionalforum erneut ein vielseitiges Programm mit starkem regionalem Fokus. Besonders großes Interesse fand der Vortrag zu den Erfolgen und Herausforderungen im Waldnaturschutz, den Yvonne Albe, Friede Gebhardt und Meike Malter vom Netzwerk Bergsträßer Wald gestalteten. Dabei wurde deutlich, wie komplex die Entwicklungen in den Wäldern der Region inzwischen sind: Klimawandel, Nutzungskonflikte und politische Entscheidungsprozesse greifen ineinander und machen neue Wege im Umgang mit dem Wald notwendig.
An konkreten Beispielen – etwa aus Seeheim-Jugenheim, Alsbach-Hähnlein oder dem Lautertal – wurde gezeigt, wie sich durch Dialogformate wie Runde Tische tatsächlich Veränderungen anstoßen lassen. Diskutiert wurden unter anderem höhere Anteile von Naturwald, der Erhalt alter Baumbestände, mehr Totholz als Lebensraum sowie ein bewussterer Umgang mit Holznutzung und Verkehrssicherung. Gleichzeitig wurde aber auch klar, dass viele Prozesse langwierig sind und nicht überall die gewünschten Fortschritte erzielt werden.
Auch das Thema Biber, vorgestellt von Sylvia Neumann, Biberbeauftragte des NABU Kreisverbands Bergstraße, sorgte für intensive Aufmerksamkeit. Der Vortrag spannte den Bogen von der historischen Ausrottung des Bibers in Hessen bis zu seiner erfolgreichen Rückkehr und Ausbreitung in den letzten Jahrzehnten. Gleichzeitig wurde deutlich, welche ökologische Bedeutung der Biber als „Landschaftsgestalter“ hat: Durch seine Bautätigkeit entstehen neue Lebensräume, die die Artenvielfalt deutlich erhöhen können.
Gleichzeitig wurden aber auch die typischen Konfliktfelder thematisiert – etwa in der Landwirtschaft oder im Umgang mit Wasserflächen –, die einen differenzierten und lösungsorientierten Umgang erfordern. Ergänzt wurden die Fachbeiträge durch Einblicke in aktuelle Projekte des Kreisverbandes – darunter die Weiterentwicklung der Ehrenamtsarbeit, neue Fundraising-Ansätze sowie digitale Initiativen wie der Vogelschlagmelder, der zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Breite Beteiligung aus der Region
Die Resonanz auf das Forum war deutlich spürbar: Vertreterinnen und Vertreter aus zahlreichen NABU-Gruppen – darunter Bensheim, Bürstadt, Meerbachtal, Wald-Michelbach und Heppenheim – waren vor Ort und brachten ihre Erfahrungen ein. Auch der Landschaftspflegeverband Bergstraße sowie der Gewässerverband Bergstraße beteiligten sich am Austausch.
Gerade diese Mischung aus unterschiedlichen Perspektiven machte den besonderen Wert der Veranstaltung aus. Es wurde nicht nur zugehört, sondern aktiv diskutiert, hinterfragt und voneinander gelernt.
Austausch auf Augenhöhe – ein Format, das wirkt
Neben den Vorträgen stand vor allem eines im Mittelpunkt: der persönliche Austausch. In offenen Gesprächsrunden wurden Projekte vorgestellt, Ideen weiterentwickelt und Kontakte geknüpft oder vertieft. Viele der Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, um sich über laufende Maßnahmen auszutauschen und voneinander zu lernen.
Dabei zeigte sich deutlich, dass das Regionalforum mehr ist als eine klassische Informationsveranstaltung. Es ist ein Raum, in dem Zusammenarbeit entsteht – direkt, unkompliziert und auf Augenhöhe. Die Rückmeldungen vor Ort waren entsprechend eindeutig: Das Format wird nicht nur angenommen, sondern aktiv genutzt und weitergetragen.
Erfolgsmodell mit Zukunft
Nach dem gelungenen Auftakt im vergangenen Jahr bestätigt auch die aktuelle Veranstaltung den Bedarf für dieses Format. Das Regionalforum wird angenommen, geschätzt und aktiv genutzt. Der nächste Termin steht bereits fest: Im Oktober soll das fünfte Regionalforum stattfinden. Erste Themenideen liegen bereits vor. Das Regionalforum hat sich damit in kurzer Zeit zu einer wichtigen Plattform für Austausch, Wissenstransfer und Zusammenarbeit im Naturschutz an der Bergstraße entwickelt.
Bilder vom 4. NABU-Regionalforum
Eindrücke von einem Nachmittag voller Austausch, fachlicher Impulse und Vernetzung im Naturschutz an der Bergstraße.