Vogelschutzgebiete dauerhaft sichern

Hessens Umweltminister Ingmar Jung und NABU-Landesvorsitzender Maik Sommerhage besuchen NABU-Schutzgebiet „Ober-Mooser Teich“. Ober-Moos – Auf seiner Sommertour besuchte der hessische Umweltminister Ingmar Jung zusammen mit dem Landesvorsitzenden des NABU Hessen, Maik Sommerhage, am 29. Juni/heute das NABU-Schutzgebiet „Ober Mooser Teich“ im Vogelsberg.

Gemeinsam mit dem Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte, Prof. Dr. Simon Thorn, fuhren beide mit einem Boot zur kleinen Teichinsel, um dort eine neue Bioakkustik-Station einzurichten. „Die neue Technik hilft dabei, die heimischen Vögel in den hessischen EU-Vogelschutzgebieten möglichst flächendeckend zu erfassen und ihre Entwicklung langfristig zu beobachten“, erläuterte Thorn. Für den NABU ist das Monitoring der Vogelarten von großer Bedeutung: „Nur mit einer guten Datengrundlage lässt sich erkennen, ob das Management der Vogelschutzgebiete dazu beiträgt, die Lebensräume dauerhaft zu sichern“, erläuterte NABU-Chef Sommerhage.

Umweltminister Jung betonte: „Das Naturschutzgebiet und das Vogelschutzgebiet sind ein Rückzugsort für die biologische Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt in Hessen und gleichzeitig ein wertvoller Naherholungsraum für die Menschen in der gesamten Region. Die innovative Technik, die wir hier heute sehen, setzt neue Maßstäbe für ein zukunftsweisendes Biodiversitätsmonitoring in Hessen. Nichtsdestotrotz bleiben aber das Engagement der NABU-Mitglieder und ihre unzähligen Vogelbeobachtungen eine tragende Säule des Naturschutzes.“

Nachhaltige Nutzung der Natur

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Die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe, seit 2003 Eigentümerin des 56,5 Hektar großen Schutzgebiets, geht hier mit gutem Beispiel voran. Im Mittelalter künstlich zur Fischzucht aufgestaut, präsentiert sich der Ober-Mooser Teich heute als ein überregional bedeutendes Schutzgebiet für die Vogelwelt. „Der Ober-Mooser Teich ist eines der zahlreichen NABU-Schutzgebiete im ganzen Bundesland, mit denen wir dazu beitragen wollen, die Verpflichtungen Hessen beim Schutz der biologischen Vielfalt im Rahmen von Natura 2000 zu erfüllen. Auf mittlerweile knapp 900 Hektar Stiftungsfläche hat die Natur Vorrang“, so Sommerhage. Dabei arbeitet der NABU eng mit Landwirten und Weidetierhaltern zusammen, die Stiftungsflächen pachten und nachhaltig bewirtschaften können.

NABU-Schutzgebiet Ober-Mooser Teich

Im NABU-Schutzgebiet Ober-Mooser Teich konnten bislang 243 Vogelarten festgestellt werden, darunter seltene Arten wie Schwarzhalstaucher, Bruchwasserläufer, Grünschenkel sowie Kolben- und Schellente. In der Zugzeit sind nicht selten bis zu 1.000 Vögel gleichzeitig auf der Wasserfläche zu sehen. Von der Walter-Kress-Hütte aus lässt sich die Vogelwelt bei jedem Wetter beobachten. Der Namensgeber, ein Landwirt und Unternehmer aus Freiensteinau, setzte sich bis zu seinem Tod mit voller Kraft für den Schutz des großen Vogelparadieses ein. Um Besuchern die heimische Natur zu zeigen, führt ein vier Kilometer langer Rundweg rund um den Teich.

Bild: NABU/ Nico Flügel